Bauerngärten
Schöne Nutzgärten, nützliche Ziergärten
Die Geschichte der Bauerngärten ist wohl so alt wie die Gartenkultur. Seit die Menschen sesshaft sind und den Anbau von Getreide und Feldfrüchten betreiben, pflanzen und pflegen sie geschützt hinter Zäunen ein Sortiment ausgewählter Gewächse. Dazu gehören sowohl Nutzpflanzen, als auch Zierpflanzen.
Den typischen Bauerngarten gibt es nicht. Die Gärten am Hof können recht unterschiedlich angelegt und gestaltet sein. Allerdings haben sie alle eine Eigenschaft gemeinsam. Bauerngärten zeichnen sich durch eine Fülle an verschiedenen Pflanzen-Arten aus. Die Bäuerinnen waren beim Anbau ihrer Gärten schon immer experimentierfreudig und auf der Suche nach neuen Gewächsen nicht auf bestimmte Züchtungen beschränkt. So bekamen schon früh nach ihrer Entdeckung auch exotische Arten aus Übersee einen Platz in der eingefriedeten Fläche. Die ursprünglich aus Süd- und Mittelamerika stammenden Fruchtgemüse wie Kürbisse, Tomaten und Paprika, gehören heute ebenso zum Bestand, wie viele Zierpflanzen aus fernen Ländern. So haben sich Dahlien, Zinnien und Fuchsien als Bauerngartenpflanzen etabliert, obwohl sie in tropischen Ländern heimisch waren.
Bauerngarten im Bauernmuseum
Bauerngarten im Bauernmuseum
Bauerngarten im Garten
Bauerngarten im Garten
Bauerngarten im Sommer
Bauerngarten im Sommer
Exotische Flora
Die Vegetation in der Umgebung hatte wesentlich weniger anbauwürdige Exemplare zu bieten. Es gab nur einige Wildpflanzen, die es wert waren in die begrenzte Fläche am Haus aufgenommen zu werden. Dazu zählte beispielsweise der Holunder oder der Buchsbaum, der wegen seiner Schnittverträglichkeit gerne als Einfassungsgrün genutzt wurde. So hielten die Bäuerinnen Ausschau nach neuen noch unbekannten Gewächsen, die beispielsweise durch ungewöhnliche Blüten oder besondere Früchte auffällig wirkten. Ein Aspekt bei der Auswahl war zudem der medizinische Wert. So erhielten unter anderem Kräuter, wie der Salbei, der Rosmarin oder der Thymian einen eigenen Platz im Bauerngarten.
Bauerngarten in Weihenstephan
Bauerngarten in Weihenstephan
Bauerngarten mit Bank
Bauerngarten mit Bank
Bauerngarten mit Buchshecken
Bauerngarten mit Buchshecken
Aus den Klöstern in die umliegenden Gärten
Fündig wurden die Pflanzenliebhaberinnen besonders in den Klöstern, die beim Anbau neuer Arten eine Vorbildfunktion hatten. Die Nonnen und Mönche trugen ihrerseits zur Verbreitung von Pflanzen in die Region bei. Viele typische Bauerngartenpflanzen haben ihren Ursprung im Mittelmeerraum und wurden von den Ordensleuten, sowie von Forschern in die nördlichen Regionen Europas gebracht. Neben vielen Heilpflanzen und Kräutern gelangten auch Obstgewächse, wie Aprikosen, Quitten oder Weinreben, sowie Gemüsepflanzen, wie Schwarzwurzeln, Artischocken und Cardy, aber auch Zierpflanzen, wie Lilien, Hyazinthen und Veilchen nach Norden. Wieder andere zogen über Umwege in die Bauerngärten ein. So kamen etwa die Tulpen, die ihre Heimat in Kleinasien haben, über Holland in den europäischen Raum.
Bauerngarten mit Gemüse
Bauerngarten mit Gemüse
Bauerngarten mit Hanickelzaun
Bauerngarten mit Hanickelzaun
Bauerngarten mit Häckselholzweg
Bauerngarten mit Häckselholzweg
Mischkulturen und Fruchtwechsel
Im Bauerngarten haben sich schon immer Mischkulturen bewährt. Sie bestehen darin, dass Gemüsepflanzen gemeinsam auf die Beete kommen, die sich gut vertragen oder jedenfalls nicht stören. Gute Partner sind z.B. Knoblauch und Erdbeeren, Möhren und Zwiebeln oder Tomaten und Kopfsalat. Beachtenswert sind diesbezüglich auch die Folgekulturen, das heißt, es ist wichtig nach dem Abernten geeignete Arten nachzupflanzen. Vor allem sollte mit verschiedenen Arten abgewechselt werden ("Fruchtwechsel"!) und es lohnt sich zwischen die Gemüse auch Ringelblumen, Tagetes, Salbei und andere Blumen und Kräuter einzustreuen. Das verhütet Mangelerscheinungen, Krankheiten und Schädlingsbefall.
Bauerngarten mit Komposter
Bauerngarten mit Komposter
Bauerngarten mit Kräutern
Bauerngarten mit Kräutern
Bauerngarten mit Kräuterbeet
Bauerngarten mit Kräuterbeet
Klassische Gestaltungselemente
Obwohl es keine strengen Regeln für die Anlage eines Bauerngartens gibt, haben sich doch einige Richtlinien und Gestaltungselemente bewährt. So sollte der Garten zum Schutz vor Tieren eine angemessene Einfriedung erhalten. Schön und wirkungsvoll sind Hanickelzäune. Diese Holzzäune aus dünnen, angespitzten Rundhölzern halten insbesondere in Ortsrandlagen die Wildtiere ab. Ein unverzichtbares Element ist eine ergiebige Wasserquelle. Das kann eine Zisterne sein, die unterirdisch in den Boden eingelassen wird oder ein Brunnen, wenn ein hoher Grundwasserstand einen Erfolg auf das Anzapfen mit einem Schlagbrunnen oder mit Brunnenrohren verspricht. Zum Erwärmen des Grund- oder Leitungswassers sollte eine Schöpfstelle zur Verfügung stehen. Ein zentraler Granitbrunnen sieht gut aus und erspart weite Wege. Die Beeteinteilung in vier Quadraten oder Rechtecken lässt sich verwirklichen, wenn ein entsprechendes Gartengrundstück vorhanden ist. Der Bauerngarten kann aber auch eine langgestreckte oder runde Form haben. Die Einfassung mit Buchshecken gibt den fülligen Beeten einen strengen Rahmen. Ein Bodenbelag mit gehäckseltem Holz oder Rindenmulch ist angenehm begehbar und hält Schnecken von den Kulturen fern. Ein oder mehrere Kompostsilos dürfen nicht fehlen. Sie erhalten einen schattigen Platz, etwa unter einem Holunderbusch.
Bauerngarten mit Lilium
Bauerngarten mit Lilium
Bauerngarten mit Mischkultur
Bauerngarten mit Mischkultur
Bauerngarten mit Schwarzwurzeln, blühend
Bauerngarten mit Schwarzwurzeln, blühend
Pflegeleichter Bauerngarten ?
Der Garten-Typ "Bauerngarten" kommt zunehmend auch bei Städtern oder Bürgern in Mode, die wenig mit der Landwirtschaft zu tun haben. Hier sei erwähnt, dass dieser Gartentyp natürlich niemals pflegeleicht ist oder sein wird. Die Fülle an verschiedenen Pflanzen und Kulturen und die Größe solcher Anlagen schließen eine leichte Pflege aus. In den Beeten gibt es vom Frühjahr bis zum Herbst ständig etwas zu pflanzen, stäben, gießen, jäten, ernten usw.. Allenfalls können spezielle Anbaumethoden, wie Reihensaaten oder auch das Mulchen des Bodens und Bewässerungssysteme die Pflege erleichtern helfen. Wer wenig Erfahrung mit dem Gärtnern hat, sollte zumindest auf einer kleinen Fläche beginnen, die dann je nach Zeit und Freude an der Gartenarbeit immer noch erweitert werden kann.
Bauerngarten mit Staudenbeet
Bauerngarten mit Staudenbeet
Bauerngarten mit Staudenbeet
Bauerngarten mit Staudenbeet
Bauerngarten, Mischkultur
Bauerngarten, Mischkultur
Bauerngarten
Bauerngarten
Bauerngarten
Bauerngarten
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