Umpflanzen mit Frostballen

Bäume und Sträucher versetzen
In den Baumschulen werden die Gehölze immer wieder umgepflanzt, damit sie kompakte Faserwurzelballen entwickeln. Auch im eigenen Garten lassen sich Bäume und Sträucher erfolgreich umpflanzen, wenn sie mit Ballen ausgestochen werden. Ab September, sobald die Gehölze den Jahrestrieb abgeschlossen haben, beginnt die Zeit zum Umpflanzen. Rechtzeitig versetzte Pflanzen treiben noch im selben Jahr Wurzeln. Auch während der Wintermonate können störende oder zu eng stehende Bäume und Sträucher umgepflanzt werden. Im Frühjahr beendet dann der Austrieb die Pflanzaktion. Spätestens im Mai sollten die Laub- und Nadelgehölze an ihrem Platz stehen.
Frostballen stechen,lose Erde abräumen
Frostballen stechen, lose Erde abräumen
Frostballen stechen, Ballen stechen
Frostballen stechen, Ballen stechen
Frostballen stechen, Wurzeln nachschneiden
Frostballen stechen, Wurzeln nachschneiden
Das Gehölz freistellen
Zunächst muss das Gehölz, das Sie umpflanzen wollen, frei stehen. Hindernde Stauden werden ausgestochen und in sicherer Entfernung eingeschlagen. Sobald der Wurzelraum frei zugänglich ist, werden dürre Äste am Stamm abgetrennt und grüne, brauchbare aufgebunden. Vor allem lassen sich ausladende Gehölze leichter ausgraben, wenn sie aufgebunden sind. Befestigen Sie dazu einen Naturfaserstrick (Kokos- oder Pressschnur) unten am Stamm und drücken Sie die störenden Äste vorsichtig nach oben, um sie bis in etwa 1 m Stammhöhe festzuschnüren.
Ballenstechen
Formen Sie nun, nachdem der Wurzelhals frei zugänglich ist, einen angemessenen Erdballen. Ein zu kleiner Ballen würde zu wenige Faserwurzeln beinhalten, ein zu großer Ballen ließe sich kaum transportieren und würde beim Transport zerbrechen. Ideal ist ein Ballen mit fünffachem Stammdurchmesser. Räumen Sie vor dem Maßnehmen erst einmal die lose Erde mit der Laub- oder Nadelstreu ab. Stoßen Sie den geschliffenen Spaten dann, wenn die ersten Wurzeln freigelegt sind, im richtigen Abstand schräg vom Stamm weg in die Erde. Werfen Sie die ausgestochene Erde mitsamt den durchtrennten Wurzeln beiseite. Sobald Sie auf dicke Wurzeln stoßen, sollten Sie zur Schere oder zur Säge greifen. Keinesfalls darf der Ballen durch mehrere Hiebe mit dem Spaten geprellt werden. Arbeiten Sie so Schritt für Schritt rund um den Stamm herum, bis eine Halbkugel zustande kommt. Nachdem die obere Halbkugel geformt ist, sollten Sie den Spaten mit Kraft schräg nach unten stoßen. Beim Nachtreten darf der Ballen nicht gedrückt werden! Durchtrennen Sie nun alle Ankerwurzeln, bis der Ballen völlig gelöst ist. Falls senkrechte Wurzeln nicht erreichbar sind, muss ein schmaler Graben rund um den Ballen gezogen werden, in dem Sie auch die letzte senkrechte Pfahlwurzel erreichen. Schließlich werden noch alle durchtrennten Wurzeln mit der Schere nachgeschnitten.
Ballieren
Mittlerweile wurde das Ballentuch vorbereitet. Ein quadratisches Tuch aus Jute oder aus einem anderen natürlichen Material hält während des Transports, es verrottet aber in der Erde und muss deshalb beim Pflanzen nicht entfernt werden. Es genügt, die Verknotung am Stamm zu lösen. Die Pflanze wird nun vorsichtig aus der Grube gehoben, auf das Tuch gestellt und eingepackt, bis es den Ballen fest zusammenhält.
Frostballen stechen, Ballen am Abend angießen
Frostballen stechen, Ballen am Abend angießen
Frostballen stechen, Ballen am Morgen gefroren
Frostballen stechen, Ballen am Morgen gefroren
Frostballen stechen, Balltuch anlegen
Frostballen stechen, Balltuch anlegen
Frostballen stechen
Mit einem einfachen Trick lassen sich auch solche Gehölze noch erfolgreich umpflanzen, die bereits seit mehreren Jahren angewachsen sind und keinen Faserwurzelballen haben. Bei solche Gehölzen bröckelt die Erde beim Ausstechen vom Wurzelwerk ab. Der Wurzelballen fällt dann auseinander, so dass die Anwachschancen wesentlich geringer sind. Bei kompakten Wurzelballen bleiben dagegen viele feine Wurzeln in der Erde erhalten, die für die Versorgung der Pflanzen wichtig sind. Das Auseinanderfallen lässt sich an kalten Wintertagen vermeiden. Dazu wird der Wurzelballen wie gewöhnlich ausgestochen. Er darf aber noch nicht völlig abgetrennt sein. Einige Wurzeln bleiben zunächst erhalten. Sie halten das Gehölz weiterhin fest. Am Abend vor einer kalten Nacht wird der Wurzelballen nun mit Wasser zu übergossen. Er friert bis zum nächsten Morgen fest und lässt sich dann - nach dem Abtrennen der letzten Wurzeln - sicher aus der Grube auf das Ballentuch heben und fest verschnüren.
Drahtballierung
Der Erdballen eines Großgehölzes hält beim Transport besser, wenn man das Tuch mit einem Drahtgeflecht verstärkt. Dazu wird ein Stück Maschendraht unter das Ballentuch gelegt. Sobald das Tuch verknotet ist, verdrillt man den Draht mit Hilfe einer Metallstange. Im Drahtballen hält die Erde auch bei Erschütterungen während des Transports. Der Draht verrottet nach dem Umpflanzen in der Erde. Die Pflanze nimmt keinen Schaden. Zu schwere Ballen packt man am besten in der Grube ein. Das Ballenleinen und der Maschendraht werden dazu auf Ballengröße zurechtgeschnitten und zusammengerollt. Dann legt man die Stoff- Draht- Rolle unter den Ballen und befestigt Tuch und Draht mit jeweils 2 Enden am Stamm. Der Ballen ist damit schon zur Hälfte eingewickelt. Der Baum wird nun möglichst weit auf die ballierte Seite umgelegt, damit sich die Rolle unter dem Ballen durchschieben lässt. Nach dem Einwickeln und Verknüpfen der Tuchenden ist nur noch das Drahtkorsett anzulegen. Die losen Drähte lassen sich mit einer Metallstange verdrillen, bis sich das Gitter fest um den Ballen spannt. Der Baum ist nun transportbereit.
In zwei Etappen umpflanzen
In den Baumschulen "verschulen" die Gärtner sogar Gehölze, mit mehr als 30 cm Stammumfang. Allerdings bedienen sie sich besonderer Techniken und Hilfsmittel. Dennoch lassen sich Großgehölze auch zuhause ohne Ballenstechmaschine oder andere Spezialgeräte noch umpflanzen. Doch sollten Sie Gartengehölze, die länger, als etwa 5 Jahre am selben Ort stehen und dort tüchtig festgewurzelt sind, auf das Umpflanzen vorbereiten. Ein Jahr vor der Aktion werden die Gehölze teilweise vom Standort gelöst, indem man jeweils im richtigen Abstand zum Stamm einen schmalen etwa 50 cm tiefen Graben rund um jede Pflanze zieht. Während des Grabens werden dicke Wurzeln glatt durchtrennt. Die Wurzelstücke entfernt man mitsamt der losen Erde. Schließlich wird der schmale Graben mit lockerem Humus (z.B. Rindenhumus) gefüllt, der die alten Wurzeln zur Verzweigung und zur Faserwurzelbildung anregt. Schon ein Jahr nach dem Umgraben dürften die präparierten Gehölze kompakte Wurzelballen entwickelt haben. Jetzt kann man sie völlig lösen, ballieren und mit vereinten Kräften umpflanzen.
Frostballen stechen ,Maschendraht anlegen
Frostballen stechen, Maschendraht anlegen
Frostballen stechen, Erdballen einpacken
Frostballen stechen, Erdballen einpacken
Frostballen stechen, Erdballen transportbereit
Frostballen stechen, Erdballen transportbereit
Pflanzung
Am neuen Standort wird die Pflanzgrube ausgehoben. Beachten Sie dabei die endgültige Wuchshöhe der Pflanze. Das Raumangebot muss dem Gehölz langfristig genügen. Leitungen oder andere Bauelemente dürfen beim Wachsen nicht hindern. Das Gehölz wird richtig postiert, dann füllt man Erde ein und tritt gut fest. Das Ballentuch wird nur am Stamm gelöst, da es mit zunehmendem Dickenwachstum in die Saftbahnen einschnüren könnte. Schließlich pfählt man die windwurfgefährdete Pflanze und schlämmt die Erde mit Wasser ein, damit alle Hohlräume verdichtet werden. Schon ein Jahr nach dem Pflanzen müsste das Gehölz wieder kräftige Jahrestriebe hervorbringen.
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