Gewächshaus-Typen für den Garten

Glashäuser und Folienzelte sind Sonnenfallen. Sie lassen das Sonnenlicht durch und speichern die Wärme. Zudem schützen sie vor Wind und Regen. Die Auswahl richtet sich nach der Nutzung, nach der verfügbaren Fläche und nach den Kosten.
Erst Mitte Mai beginnt im Garten die Zeit der mediterranen und exotischen Pflanzen und schon im September endet sie wieder, wenn die ersten Nachtfröste ins Land ziehen. Für die Kultur von frostempfindlichen Kübelpflanzen ist ein Glashaus nützlich, zumal für ausdauernde Arten, die ein geschütztes Winterquartier brauchen. Aber auch die Anzucht von Jungpflanzen, die Erntezeitverlängerung oder die Kultur tropischer Pflanzen ist nur unter Glas oder Folie erfolgversprechend. Seien es nun Sommerblumensämlinge, die für ihre Entwicklung viel Licht und Wärme brauchen, Gurken, Paprika und andere wärmebedürftige Gemüse oder tropische Orchideen, die nur bei hoher Luftfeuchte und Wärme wachsen.

Gewächshaus-Typen, bauen
Gewächshaus-Typen, bauen
Gewächshaus Typen bauen
Gewächshaus Typen bauen
Gewächshaus Typen bauen
Gewächshaus Typen bauen

Warmhaus, Kalthaus, unbeheiztes Haus
Die Nutzungsmöglichkeiten eines Gewächshauses sind wesentlich von der Beschaffenheit und technischen Ausstattung abhängig. So macht nur ein Warmhaus mit Isolierverglasung und vollautomatischer Lüftung, Heizung, Beleuchtung, Schattierung und Sprühnebelanlage die Kultur von tropischen Pflanzen möglich, weil diese rund ums Jahr ein konstantes Klima brauchen. Immerhin bietet auch ein weniger gut ausgestattetes Glashaus (also ohne Sprühnebelanlage und dergleichen) noch günstige Wachstumsbedingungen für viele Pflanzenarten, wenn es beheizbar ist. Im Kalthaus lassen sich beispielsweise Kübelpflanzen überwintern, Jungpflanzen vermehren und Kakteen kultivieren, zumal es nicht kalt, sondern durchaus temperiert ist. Es unterscheidet sich hinsichtlich der Bauweise und Konstruktion nicht vom Warmhaus. Immerhin müssen die Fenster genauso wärmedämmend wirken, wenn es im Winter beheizt wird. Dementsprechend stabil muss die Konstruktion beschaffen sein. Ein professionell eingerichtetes Kalthaus kann neben einer Heizung ebenso über eine automatische Lüftung, eine Schattieranlage und andere technische Hilfen verfügen. Allerdings ist die Beheizung eines Gewächshauses aus ökologischen und ökonomischen Gründen stets bedenklich und lohnt sich grundsätzlich nur bei gut isolierten Gebäuden - ausgenommen natürlich Mistbeetkästen oder ähnliche Systeme mit ökologisch unbedenklichen Wärmequellen. Mistbeetkästen sind Frühbeete, die im Frühjahr mit einer dicken Schicht Pferdemist bepackt werden. Dieser strahlt dann Wärme ab und wirkt einige Wochen lang als Heizkörper. Zudem können beispielweise Solarmodule auf dem Dach als Wärmespender dienen. Bei Gewächshäusern mit einfacher Glas- oder Kunststoffeindeckung lohnt sich die Heizung grundsätzlich nicht oder nur zum Frostschutz etwa an kalten Spätwintertagen. Dennoch bietet ein unbeheiztes Glashaus reichlich Möglichkeiten, so etwa zur Erntezeitverlängerung von Gemüse, zur Überwinterung robuster Kübelpflanzen oder zur Anzucht von Jungpflanzen.

Gewächshaus Typen bauen
Gewächshaus Typen bauen
Gewächshaus Typen bauen
Gewächshaus Typen bauen
Gewächshaus Typen bauen
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Folien- und Glashäuser
Der wohl einfachste Gewächshaustyp ist ein Folienzelt oder Folientunnel. Solch eine Abdeckung aus Drahtbügeln (oder Holzrahmen) und Folie (oder Faservlies) dient gewöhnlich zur Erntezeitverfrühung oder - verlängerung, etwa von Salat, Spinat oder Kohlrabi. Ein Folienzelt oder -tunnel ist schnell gebastelt, sehr effektiv und jederzeit versetzbar, zum Beispiel, wenn ein Beet abgeerntet ist. Eine gute Konstruktion aus stabilen Metallbügeln oder Holzlatten (das können bei einem Folienzelt, die als Beetabdeckung dient, gewöhnliche Dachlatten sein) und spezieller UV-lichtstabiler Gartenfolie (z.B. Gewächshausfolie aus Polyäthylen mit 0,20 mm Stärke) hält länger als 3 Jahre. Das gilt auch für einen Frühbeetkasten, der aus Holz, Metall- oder Betonformteilen gebaut und mit Glasfenstern eingedeckt ist. Beide - nennen wir sie "Flachgewächshäuser" - sind stets für den Gemüseanbau oder für die Jungpflanzenanzucht und -abhärtung nützlich und auch (noch) willkommen, wenn ein Gewächshaus im Garten steht. Als günstige Größe für ein Frühbeet hat sich eine Breite von 120 cm bewährt (Beetbreite). Die Länge kann beliebig sein. Der Kasten sollte eine geringe Neigung haben. Die Rückwand sollte also höher sein als die Vorderwand. Dadurch kann das Sonnenlicht besonders im Frühjahr und im Herbst besser eindringen. Der "Urtyp" eines Gewächshauses hat ein Satteldach. Satteldachhäuser sind in vielen Größen und Ausführungen im Handel erhältlich und lassen sich aus Holz- oder Metallrahmen mit Glas oder Folieneindeckung auch selbst bauen. Wie bei den Fertighäusern muss auch bei Eigenbauten die Statik stimmen. Insbesondere muss der Rahmen tragfähig und sturmsicher sein. Immerhin hat er - bei einer Glaseindeckung - eine zentnerschwere Last zu tragen und stellt einen großflächigen Windfang dar. So dürfen die Rahmenteile oder Profile keine zu großen Strecken überspannen. Zudem muss der Rahmen ausgesteift sein (bei einer Holzkonstruktion durch Eckstreben). Je nach Baumaterial sind ausreichend stabile Konstruktionsteile nötig (belastbare Metallprofile oder Holzbalken mit ausreichender Stärke). Zudem ist auch eine feste Verankerung am besten auf einem Betonfundament zu empfehlen. Ein Streifenfundament oder Punkfundamente, die mit Betonstürzen (Fensterstürze vom Baustoffhandel) überbrückt werden und etwa 70 cm tief gründen, sind sichere Anker. Darauf hält ein Glashaus jedem Sturm stand, wenn es gut festgedübelt ist (10er Dübel und die dazu passenden Schrauben gewähren einen sicheren Stand). Zu beachten sind weiterhin die Dachneigung und die Dachstatik. Das Satteldach muss steil genug sein, damit das Regenwasser gut abläuft und belastbar, damit es den Schneedruck aushält! Handelsübliche Glashäuser haben Scheiben mit mindestens 3 mm Dicke und eine Dachneigung im Winkel von 30°. Die Statik muss ebenso, wie die Verankerung (Fundamentierung) übrigens bei jedem Glashaustyp stimmen! Serienhäuschen von der Industrie lassen sich sehr gut zu Reihenhäusern zusammenstellen. Ein Reihenhaus aus zwei, drei und mehr Häuschen bietet sich z.B. als Schall- und Sichtschutz an einer Straße an oder zur vielfältigen Nutzung in einem schmalen Reihenhausgarten. Auf einer großen freien Fläche wirkt ein Pavillon-Gewächshaus besser (mit runder Form). Die aufwändige Konstruktion hat allerdings ihren Preis und lohnt sich nur für Pflanzenliebhaber oder -züchter oder sie bekommt in der Anlage einen besonderen Platz als Gestaltungselement und Blickfang. Als Sonnenfalle ideal ist ein Anlehngewächshaus mit Pultdach. Es steht am besten an einer Südwand und ist so nach Norden hin optimal abgeschirmt. Das Pultdach kann bis zum Boden reichen oder es wird wie beim Satteldach auf senkrechte Wände aufgesetzt. Die Rückwand ist vorzugsweise weiß gestrichen, damit sie das Sonnenlicht reflektiert oder dunkel, damit sie die Sonnenstrahlung sammelt und langsam Wärme in den Raum abgibt. Ein Folienhaus kann mit Satteldach, Pultdach oder als Pavillon gebaut sein. Es ist nur statt mit Glas mit spezieller UV-lichtstabiler Gartenfolie bespannt. Der Rahmen kann leichter gebaut sein, weil er wesentlich weniger Gewicht zu tragen hat. Die Sturmsicherheit muss natürlich gewährleistet sein. Der Rahmen ist gut im Boden zu verankern (z.B. mit Spreizanker aus Metall). Für Folienhäuser gibt es Bausätze bzw. Steckverbinder aus Kunststoff, die den Aufbau erleichtern. Nahezu kostenlos lässt sich ein großes stabiles Glashaus aus alten Fenstern aufstellen. Allerdings braucht dies viel Zeit zur Beschaffung und richtigen Zusammenstellung der Fenster. Grundsätzlich lohnt sich die Mühe, wenn etwa bei einer Hausrenovierung viele gleiche Fenster mit Rahmen anfallen. Sie lassen sich dann leicht zusammenstellen und verschrauben (Rahmen durchbohren und Schrauben eindrehen). Neben den "richtigen" Gewächshäusern für draußen, gibt es verschiedene Miniaturglashäuser für drinnen, die vor allem für die Anzucht von Jungpflanzen geschaffen sind. Mit Heizplatte und Lampe ermöglichen sie die Aussaat und Vermehrung besonders in den lichtarmen Wintermonaten. Danach kann man sie zur Stecklingsvermehrung nutzen. Dekorative Miniglashäuser sind auch ideale kleine Vitrinen.

Gewächshaus Typen bauen
Gewächshaus Typen bauen
Gewächshaus Typen bauen
Gewächshaus Typen bauen
Gewächshaus Typen bauen, Kalthaus
Gewächshaus Typen bauen, Kalthaus

Technik
Für jeden Glashaustyp sind gute Lüftungseinrichtungen wichtig. Sonst herrschen an sonnigen Sommertagen tödliche Temperaturen für Pflanzen. Je nach Größe ist außer der Türe wenigstens ein Dachfenster nötig, so dass die heiße Luft nach oben entweichen kann. In einem guten Warmhaus wird die Lüftung per Wärmefühler elektronisch geregelt, was natürlich ziemlich aufwändig ist; ebenso die Schattierung, die gleichermaßen vor Überhitzung schützt. Für gewöhnliche Kleinglashäuser, Frühbeete und dergleichen gibt es einfache Lüftungsautomaten bzw. Fensterheber, die jederzeit nachträglich in die Fenster einsetzbar sind. Als Sonnenschutz genügen Strohmatten oder spezielle Schattiermatten aus Kunstfasergewebe. Was sonst noch nötig und nützlich ist, liegt an der Nutzung. Zur optimalen Raumausnutzung empfehlen sich Hängeborde und Glashaustische. Ein stabiler Tisch ist ohnehin zum Topfen, Stecklinge schneiden und für andere Arbeiten wichtig. Ansonsten bieten die Gartenkataloge und Gartencenter eine reiche Auswahl an praktischem Zubehör. Viele Utensilien und Werkzeuge gehören aber ohnehin zur Gartengeräteausstattung.

Gewächshaus Typen bauen, an Grenze
Gewächshaus Typen bauen, an Grenze
Gewächshaus Typen bauen, stabil
Gewächshaus Typen bauen, stabil
Gewächshaus Typen bauen, mit Einrichtung
Gewächshaus Typen bauen, mit Einrichtung

Der ideale Standort
Es liegt an der Natur der Pflanzen, dass ein Gewächshaus am besten sonnig steht. Vor allem darf der Schatten von Gebäuden nicht stören, insbesondere im Frühjahr und Herbst nicht, wenn die Sonne tief steht und die Jungpflanzen viel Licht zum Wachsen brauchen oder die Gemüse zum Ausreifen. Wegen der Pflege und Wartung, wie etwa der Bewässerung, Lüftung und Schattierung, ist ein Standort nahe am Haus günstig. Die größten Fensterflächen sind vorzugsweise nach Süden auszurichten. An der Nordseite kann eine schützende Mauer stehen. Ein Gewächshaus ist übrigens genehmigungsfrei! Falls erforderlich muss der ortsübliche Grenzabstand eingehalten werden. Erkundigen Sie sich gegebenenfalls vor dem Aufstellen beim Bauamt.

Gewächshaus Typen bauen, mit Glasscheiben
Gewächshaus Typen bauen, mit Glasscheiben
Gewächshaus Typen bauen, mit Fensteröffner
Gewächshaus Typen bauen, mit Fensteröffner
Gewächshaus Typen bauen, für Gemüse
Gewächshaus Typen bauen, für Gemüse

Welche Größe?
Ein Gewächshaus ist fast immer zu klein. Das heißt, man kann es nicht groß genug planen und bauen. Meistens setzen der vorhandene Platz und das Haushaltsbudget Grenzen. Immerhin haben die Profile und Scheiben ihren Preis. Nicht zu vergessen sind die Heizkosten bei einem Warmhaus. Jedenfalls ist eine ergonomische Größe empfehlenswert, so dass die Wartung keine Mühe macht. Insbesondere sollte der Zugang und am besten auch die Zufahrt mit der Schubkarre leicht möglich sein. Für Anfänger lohnt es sich zunächst klein einzusteigen, also etwa mit einem Kleinglashaus zu beginnen und später eventuell den Erfahrungen entsprechend größer zu bauen. Das bereits vorhandene Kleinglashaus kann weiterhin - etwa als Anzuchtquartier - nützlich sein.

Gewächshaus Typen bauen, Anlehnhaus
Gewächshaus Typen bauen, Anlehnhaus
Gewächshaus Typen bauen, Eigenbau
Gewächshaus Typen bauen, Eigenbau


Materialkunde
Klarglas: hat eine glatte und eine genörpelte Oberfläche; Klarglas ist durchscheinend und erzeugt diffuses Licht; Verbrennungen an den Pflanzen, die bei direkter Sonneneinstrahlung vorkommen können, sind bei dieser Eindeckung selten. Die Scheiben sind relativ schwer und brauchen ein sicheres Auflager. Blankglas: hat zwei glatte Oberflächen und ist durchsichtig; an klaren Tagen ist unbedingt eine Schattierung nötig. Die Gebäude sind einsehbar, was nicht immer erwünscht ist. Allerdings bringen sie eine optimale Lichtausbeute. Stegdoppelplatten: durchscheinende (undurchsichtige) Kunststoffdoppelplatten, die mit Stegen verbunden sind; die Luft dazwischen wirkt dämmend; sehr leichte, sowie bruchsichere Eindeckung, die aber gut befestigt werden muss. Material lässt sich zudem gut bearbeiten (bohren, sägen etc.) Gitterfolie: besonders reißfeste, UV-lichtstabile Spezialfolie für den Gewächshausbau; recht preiswert, aber typischer Plastikcharakter. Luftpolsterfolie; Folie mit eingeschweißten Luftpölsterchen; nicht als Eindeckung geeignet, sondern nur zur zusätzlichen Wärmedämmung; hilft Energie und Kosten sparen; vermindert aber den Lichteinfall. Schlitzfolie, Kunststoffaservlies: Kunststoffplanen bzw. -vliese zur Abdeckung der Beete oder für kleine Tunnel und Zelte oder als zusätzlicher Frostschutz unter Glas;

Kosten und Einkaufsquellen
Für ein Kleingewächshaus gleicher Größe kann man 250.- bis 2500.- € ausgeben, je nach Art und Bauweise. Vor dem Kauf sind deshalb auf jeden Fall die Prospekte der Hersteller zu vergleichen und Musterhäuschen zu besichtigen. Oft bieten auch die Kreislehrgärten, Gartenschauen, Gartencenter, Baumärkte und die Hersteller Ausstellungen mit verschiedenen Modellen, wo vielleicht das richtige Haus für den eigenen Garten zu finden ist.
Alle hier auf dieser Seite gezeigten Bilder können bequem online bei Zoonar bestellt werden. Möchten Sie die gesamte Bildserie oder den ganzen Gärtnertipp nutzen, wenden Sie sich bitte direkt an uns.


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