| Pflaumen für den Garten |
| Pflaumen, Zwetschgen, Renekloden, Mirabellen | ||
| Neben Kirschen, Pfirsichen und Aprikosen gehören Pflaumen zu den wichtigsten Steinobstarten im Garten. Dazu zählen auch Zwetschgen, Renekloden und Mirabellen, die sich im Wesentlichen nur in der Fruchtform und Farbe, sowie im Geschmack unterscheiden. | ||
| Alle Pflaumen heißen botanisch Prunus domestica. Sie stammen ursprünglich aus dem Kaukasus und wurden wahrscheinlich - wie viele Obst-Arten - von den Römern im Mittelmeerraum und später auch nördlich der Alpen angesiedelt. Hier haben sie sich durch Wurzelausläufer und durch Samen weit verbreitet, zumal sie völlig frosthart und sehr robust sind. Besonders in steinigen Hanglagen, an Waldrändern oder in verwilderten Weinbergen bilden Wildpflaumen oft dichte Bestände. Im Frühjahr sind die Bäume mit weißen Blüten übersät. Das macht sie auch als Ziergehölze für den Garten wertvoll. Anders als reine Zierkirschen, die ebenfalls zur Gattung Prunus gehören, bringen sie aber im Spätsommer reichlich Frucht. Wildpflaumen sind gewöhnlich kleiner als Kulturformen, also Züchtungen, die durch Veredelung vermehrt werden. Dennoch haben auch Wildarten ihren Wert. Es lohnt sich beispielsweise wilde Zwetschgen zu sammeln, die zwar klein, aber durchaus schmackhaft sind. |
| Die Fruchtform als Merkmal | ||
| Zwetschgen oder auch Zwetschen haben eine typische ovale Fruchtform und eine blaue Haut. Die bekanntesten sind wohl die `Hauszwetschgen`. Sie wachsen auf kleinen Bäumchen, die in jeden Garten passen. Ähnliche Früchte trägt die `Italienische Zwetschge`. Sie sind aber deutlich größer als `Hauszwetschgen`. Pflaumen unterscheiden sich durch die runde Fruchtform und die rote oder gelbe Farbe. Bekannte Sorten sind die `Königin Viktoria` und die `Ontariopflaume`. Renekloden oder Reneclauden sind ebenfalls rund. Es gibt rote, gelbe und blaue Sorten, so etwa `Graf Althans`, `Große Grüne Reneclaude` oder `Quillins`. Auch die Mirabellen sind rund, aber deutlich kleiner. Die bekannteste ist wohl die `Nancymirabelle`. Natürlich unterscheiden sich die Sorten auch im Geschmack, in der Reifezeit und in der Haltbarkeit. Wie bei allen Obst-Arten ist es ratsam vor der Pflanzung verschiedene Sorten zu probieren. Immerhin sollen die Bäume ja viele Jahre gute Früchte tragen. |
| Bestäubung durch Bienen | ||
| Der Ertrag ist sehr von der Bestäubung abhängig. Es gibt selbstfruchtbare und selbstunfruchtbare Sorten. Bei selbstfruchtbaren Sorten, wie etwa der `Hauszwetschge` genügt ein Exemplar, zumal sich die Blüten gegenseitig bestäuben. Selbstunfruchtbare Sorten, wie die `Große Grüne Reneklode` fruchten nur, wenn sie Blütenstaub von anderen und zwar passenden Sorten abbekommen. Solchen Pflaumen-Bäumen, die jedes Jahr reichlich blühen, aber nicht oder nur spärlich fruchten, fehlt ein passender Pollenspender. Bei alten Bäumen, die früher gut getragen haben und plötzlich keine Früchte mehr ansetzen, kann die Ursache darin zu finden sein, dass eine gute Befruchter-Sorte in der Nachbarschaft gefällt wurde! Grundsätzlich ist es immer günstig mehrere Sorten zu pflanzen. Das fördert in jedem Fall - auch bei selbstfruchtbaren Sorten - den Ertrag. In Wohnsiedlungen kann die Mischpflanzung in Absprache mit den Nachbarn geschehen. Immerhin profitieren alle Gartenbesitzer von einer günstigen Sortenwahl. Die "Arbeit" übernehmen dann die Bienen und andere Hautflügler. Je näher die Bäume zusammen stehen, um so besser sind natürlich die Befruchtungsverhältnisse. Die Bienen brauchen dann nur kurze Flugstrecken zurückzulegen. Probleme kann in manchen Jahren das Wetter machen. Pflaumen blühen früh und nur kurze Zeit. Regen oder Kälte wirken sich während der Blütezeit ungünstig auf die Bestäubung aus. Wie bei anderen Obstarten gibt es auch bei Pflaumen besonders gute Befruchter-Sorten. Hier sei wieder auf die gute alte `Hauszwetschge` hingewiesen. Bei der Auswahl aus dem Angebot von etwa 25 Pflaumen-Sorten, die in deutschen Baumschulen zu bekommen sind, sollte diese Sorte dabei sein. |
| Starkwachsend oder schwachwachsend | ||
| Die Sorten werden auf ausgewählte Unterlagen veredelt. Dazu dienen junge Bäumchen der Myrobolana- Pflaume (Prunus myrobolanus) oder der St. Julien-Pflaume. Veredelungen auf der Myrobalana wachsen stärker als auf der St. Julien. Beim Kauf junger Bäume ist auch auf die Veredelungs-Unterlagen zu achten. Je nach verfügbarem Platz sind schwachwachsende oder starkwüchsige Typen zu wählen. Die Veredelungs-Unterlagen treiben übrigens besonders bei Pflaumen immer wieder gerne aus dem Boden aus. Solche Wildtriebe müssen unbedingt entfernt werden und zwar möglichst gründlich. Sonst breiten sie sich im ganzen Garten aus und sind dann nur noch mit Mühe los zu bekommen. Pflaumenbäume sind von Natur aus relativ kleine Gehölze. Auch die starkwüchsigen unter ihnen erreichen nur 5-7 m Höhe, wobei sie kugelige Kronen ausbreiten. |
| Pflege | ||
| Ungepflegte Pflaumenbäume haben häufig mit Krankheiten zu kämpfen. Neben dem Schnitt und der Vernichtung kranker Zweige ist eine gute Bodenpflege das beste "Pflanzenschutzmittel". Kompostgaben auf die Baumscheiben sichern die Nährstoffversorgung und erhalten die Bodenfeuchtigkeit. Bei Bäumen, die im Rasen stehen, sollte das Gras stets kurz gehalten werden. Sonst sind Pflaumenbäume recht genügsam. Sie gedeihen in jedem Garten. Selbst felsigen oder auch schweren, lehmigen Boden nehmen sie hin. Der Standort sollte jedoch wie bei fast allen Obst-Arten möglichst sonnig sein. |
| Ernte und Verarbeitung | ||
| Am besten schmecken die Früchte frisch vom Baum. Sie sollten jedoch vor dem Verzehr geöffnet werden. Denn manchmal steckt der "Wurm" drin. Dieser kann von verschiedenen Schädlingen stammen und die Larve des Pflaumenwicklers, der Pflaumensägewespe oder des Pflaumenbohrers sein. Befallene Früchte sind bei näherer Betrachtung auch von außen an einem Bohrloch erkennbar. Pflaumen, insbesondere Zwetschgen lassen sich durch Trocknen haltbar machen. Gedörrte Pflaumen sind besonders im Winter wertvoll. Zur Erntezeit im Spätsommer kommt gerne Pflaumenkuchen auf den Tisch. Pflaumenmus, Pflaumensaft, Pflaumenwein und andere Pflaumen-Konserven sind natürlich das ganze Jahr willkommen. |
| Empfehlenswerte Pflaumen-Sorten (Auswahl) | ||
| Bühler Frühzwetschge: Reife Mitte August; rundlich, blau; selbstfruchtbar | ||
| Graf Althans Reneklode: Ende August; groß, rund, grün-gelb bis bläulich; selbstunfruchtbar | ||
| Große Grüne Reneklode: Anfang September; groß, grün-gelb; selbstunfruchtbar | ||
| Hauszwetschge: Ende September; oval, blau; selbstfruchtbar | ||
| Italienische Zwetschge: Mitte September; groß, oval, blau; selbstfruchtbar, jedoch bessere Erträge durch Fremdbefruchtung | ||
| Königin Viktoria Pflaume: Ende August; sehr groß, rund, rötlich; selbstfruchtbar | ||
| Nancymirabelle: Mitte August; klein, rund, gelb mit rötlichen Flecken; selbstfruchtbar | ||
| Ontariopflaume: Anfang August; groß, rund, grün-gelb; selbstfruchtbar | ||
| Quillins Reneklode: Mitte August; groß, rund, grün-gelb;selbstfruchtbar | ||
| President: Anfang Oktober; sehr groß, oval, blau; selbstunfruchtbar | ||
| Ruth Gerstetter: Mitte Juli; groß, oval, blau; selbstunfruchtbar | ||
| The Czar: Anfang August; rund-oval, blau; selbstfruchtbar | ||
| Wangenheims Frühzwetschge: Ende August; rund-oval, blau; selbstfruchtbar | ||
| Zimmers Frühzwetschge: Anfang August; oval, blau; selbstunfruchtbar | ||
| Blutpflaume (Prunus cerasifera `Nigra`): Ende Juli; rotblättrige und rotfrüchtige Züchtung, vorwiegend als Ziergehölz; jedoch gute ertragreiche Nutzpflanze; Frucht schlecht steinlösend | ||
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