Viburnum: Schneeball-Effekt
Schneeballbüsche sind sehr häufige Gehölze, denn es gibt eine Reihe von Wildpflanzen und Züchtungen. Dennoch sind sie weniger bekannt als viele andere Ziersträucher..
Viburnum carlesii, blühend
Viburnum carlesii, blühend
Viburnum davidii, blühend
Viburnum davidii, blühend
Viburnum farreri, blühend
Viburnum farreri, blühend
Viburnum-Arten gehören zur Familie der Geißblattgewächse (Caprifoliaceae). Der "Zander", ein umfassendes Wörterbuch der Pflanzennamen, in dem fast alle bekannten Pflanzen aufgelistet sind, stellt 55 verschiedene Arten vor. Die Liste reicht vom V. acerifolium, der in Nordamerika heimisch ist, bis zum V. wrightii, der aus Ostasien stammt. In Mitteleuropa kommen nur der Wollige Schneeball (V. lantana) und der Gemeine Schneeball (V. opulus) wild vor. Diese beiden sind keine auffälligen Schönheiten. Sie gedeihen deshalb weniger in den Gehölzbeständen der Hausgärten, sondern wachsen vorwiegend in freier Natur oder in Straßenpflanzungen und Wildstrauchhecken. Hier haben sie aber durchaus einen Wert für Insekten, die Blütenstaub sammeln oder auch für Singvögel, die sich die Beeren schmecken lassen. Für Menschen sind die Beeren übrigens giftig. Das ist wohl oder übel auch ein Grund für die spärliche Pflanzung in Hausgärten, zumal Kinder gefährdet sind. Ans Haus passen ohnehin ursprünglich exotische Arten und Züchtungen besser. So etwa Duftschneeball-Arten, wie der im Winter blühende Viburnum fragrans (= V. farreri), der aus China stammt und mittlerweile auch in Europa etabliert ist oder der ursprünglich koreanische Duftschneeball namens V. carlesii, dessen große Blütenkugeln im Frühjahr einen sehr starken und angenehmen Duft verbreiten. Recht auffällig wirkt auch eine Züchtung des Gemeinen Schneeball, die besonders große Blüten hervorbringt, die aber keine Früchte entwickelt. Sie heißt V. opulus `Sterile` (wegen der unfruchtbaren Blüten). Einige Arten fallen weniger wegen ihrer Blüten auf, sondern wegen ihrer immergrünen Blätter. Markant wirkt V. rhytidophyllum (griechisch rhytido = runzelig, phyllon = Blatt), der seine großen immergrünen Blätter selbst bei Schnee und Eis behält. Die runzeligen Blätter sind nicht immer eine Augeweide. Im Winterhalbjahr haben sie aber ohne Zweifel als Sichtschutz oder auch als grüne Flecken im allgemeinen Grau oder Weiß einen Wert. Der große Strauch blüht wie die anderen Arten durchaus reich und regelmäßig und zwar im Frühjahr. Ein kleiner und leider empfindlicher immergrüner Schneeball kommt nur an geschützten Plätzen zum Einsatz. V. davidii braucht saures Substrat und passt beispielsweise gut ins Heidebeet. Hier entwickelt er einen breiten, etwa Knie hohen Busch. Weniger als Gartenstrauch, sondern eher als Kübelpflanze eignet sich eine mediterrane Art, die auch als Laurustinus bekannt ist. Dieser ebenfalls immergrüne V. tinus braucht ein kühles helles Winterquartier. Dann blüht er schon im März/April auf. Weitere Arten sind in botanischen Gärten und in Gartenmärkten zu begutachten. Sie wachsen alle strauchförmig und entwickeln mehr oder weniger hohe Büsche. Wer möchte kann sie auch als kleine Bäumchen ziehen.
Viburnum carlesii, blühend
Viburnum carlesii, blühend
Viburnum farreri, blühend
Viburnum farreri, blühend
Viburnum lantana, blühend
Viburnum lantana, blühend
Pflanzung/Pflege
Viburnum-Arten passen am besten in gemischte Hecken. Die Winterblüher unter ihnen machen sich natürlich auch als Solitärs an der Terrasse gut, zumal sie bei jedem Wetter duftende Blüten entwickeln. Alle bekannten Arten gedeihen - mit Ausnahme von V. davidii, der saure Erde braucht - in jedem Gartenboden. Sie sind robust und pflegeleicht. Nur bei Trockenheit fallen häufig Läuse über sie her. Dagegen hilft eine Bodenbedeckung mit Rindenmulch, der zudem während der Verrottung zur Nährstoffversorgung beiträgt. Sonst ist keine besondere Düngung nötig, weil die Sträucher eigene Nährstoffvorräte im Boden ergründen. Auch das Schneiden ist unnötig und zu vermeiden, damit sie ungehindert ihr buschiges Astwerk entfalten können. Natürlich nehmen sie den Schnitt einzelner Blütenzweige für die Vase ohne Schaden hin. Die Winterblüher eignen sich dann auch für die Treiberei. Sie brauchen keine besondere Behandlung und blühen recht zuverlässig vorzeitig im Zimmer auf.
Viburnum farreri, blühend
Viburnum farreri, blühend
Viburnum farreri, mit Schmetterling
Viburnum farreri, mit Schmetterling
Viburnum lantana, blühend
Viburnum lantana, blühend
Vermehrung
Die verschiedenen Schneeball-Arten werden recht vielfältig vermehrt. Am häufigsten ist die Aussaat. Dazu dienen die reifen Samen, die im Herbst geerntet werden. Sie keimen allerdings schlecht und brauchen eine Sonderbehandlung. Und zwar werden sie gereinigt und dann in Kisten mit feuchtem Sand eingeschichtet ("stratifiziert"). Im Frühjahr kommen sie dann in Beete oder in Töpfen ins Freiland oder Frühbeet. Trotz dieser Sonderbehandlung liegen sie manchmal noch ein Jahr über, das heißt, sie gehen erst im nächsten Jahr auf. Die meisten Arten sind auch durch Stecklinge vermehrbar. Das geschieht im Sommer mit halbreifen Trieben, die in lockeres Substrat unter Glas gesteckt werden. Die Bewurzelung kann einige Monate dauern. Einige Arten werden außerdem durch Veredelung gewonnen. Diese Methode ist jedoch den Baumschulen vorbehalten. Wer es selbst probieren möchte, braucht Jungpflanzen von V. lantana oder V. opulus, die im August gepfropft werden. Sie dienen als Unterlagen für alle möglichen Arten. Am sichersten ist die Vermehrung durch Absenker. Dazu sind Mutterpflanzen im eigenen Garten nötig. Davon werden junge Triebe umgebogen und zu Boden gedrückt. Nach dem Anhäufeln mit lockerer Erde und dem Festhaken mit Stöckchen oder Drahtbügeln wurzeln sie an den Bodenberührungsstellen fest und können dann abgetrennt und umgepflanzt werden. Selbstverständlich bietet auch jedes Gartencenter ein Sortiment an Jungpflanzen in Töpfen oder mit Ballen an.
Viburnum lantana, blühend
Viburnum lantana, blühend
Viburnum lantana, blühend
Viburnum lantana, blühend
Viburnum opulus, blühend
Viburnum opulus, blühend
Schneeball-Arten (Auswahl)
Art Größe Blattwerk Blütezeit
V. x bodnantense bis 3 m sommergrün Februar/März
V. x burkwoodii 2 - 3 m wintergrün* April/Mai
V. x carlcephalum 2 - 3 m sommergrün April
V. carlesii 2 m sommergrün April/Mai
V. davidii 0,50 m immergrün Mai/Juni
V. farreri 2 - 3 m sommergrün Februar/Mär
V. lantana 2 - 3 m sommergrün Mai/Juni
V. opulus 2 - 3 m sommergrün Mai/Juni
V. opulus `Sterile` 2 - 3 m sommergrün Mai/Juni
V. plicatum 2 - 3 m sommergrün Mai/Juni
V. rhytidophyllum 3 - 4 m immergrünMai/Juni
* wintergrün = beim mildem Wetter grün bleibend, bei strengem Winter Frostschäden
Viburnum lantana, fruchten
Viburnum lantana, fruchten
Viburnum opulus Sterile, blühend
Viburnum opulus Sterile, blühend
Viburnum opulus Sterile, blühend
Viburnum opulus Sterile, blühend
Viburnum rhythidophyllum, blühend
Viburnum rhythidophyllum, blühend
Viburnum rhytidophyllum, Sämling
Viburnum rhytidophyllum, Sämling
Viburnum tinus, Stämmchen
Viburnum tinus, Stämmchen
Viburnum opulus Sterile, blühend
Viburnum opulus Sterile, blühend
Viburnum opulus, fruchtend im Herbst
Viburnum opulus, fruchtend im Herbst
Viburnum plicatum, blühend
Viburnum plicatum, blühend
Viburnum rhythidophyllum, blühend
Viburnum rhythidophyllum, blühend
Viburnum x burkwoodii, blühend
Viburnum x burkwoodii blühend
Viburnum x carlcephalum, blühend
Viburnum x carlcephalum, blühend
Viburnum x burkwoodii, blühend
Viburnum x burkwoodii, blühend
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