Weinlese im eigenen Garten

Empfehlenswerte Sorten, Erziehungsformen, Pflege

Weinstöcke gedeihen nicht nur in bevorzugten Anbaugebieten am Rhein, Main oder Neckar. Die Weinrebe ist auch eine ideale Kletterpflanze für Hausgärten in weniger günstigen Lagen. Sie lässt sich an Wänden und Zäunen ziehen oder auf Pergolen lenken, wo sie eine schattige Laube bildet. Zudem trägt diese "nützliche Zierpflanze" wertvolle Früchte.

Wilde Weinreben (Vitis vinifera ssp. sylvestris) wachsen bei uns nur noch im Rheintal zwischen Karlsruhe und Mannheim. Hier erklimmen die starkwüchsigen Kletterpflanzen die höchsten Auwaldbäume. Die kleinen Trauben sind allerdings kein Genuss. Sie schmecken sauer. Kein Wunder, dass bereits die Römer ihre eigenen Züchtungen mitbrachten. Wahrscheinlich wären deren Früchte, wie die heimischen wilden Trauben, kaum mit den heutigen Kultursorten vergleichbar. Erst durch intensive Selektion und Kreuzung besonderer Mutterpflanzen entstanden die uns bekannten Reben namens 'Müller Thurgau', 'Ruländer', 'Silvaner' oder 'Dornfelder', die in den Weinbergen oder auch in den Hausgärten gedeihen. Übrigens sind in eingetragenen Weinbaugebieten nur veredelte Pflanzen erlaubt. Wer sogenannte wurzelechte Reben pflanzt, die aus Stecklingen gezogen wurden, macht sich strafbar. Diese sind nämlich nicht resistent gegen Rebläuse. Die kleinen Insekten befallen die Wurzeln und können die Rebstöcke völlig vernichten. Seit dem letzten Jahrhundert, wo die Weinstöcke fast ausgerottet wurden, dienen reblausresistente Amerikanerreben (Vitis labrusca) als Veredelungs-Unterlagen. Nur in Regionen, in denen kein Weinbau betrieben wird, sind auch sogenannte wurzelechte Weinstöcke erlaubt. Das sind Jungpflanzen, die selbst aus Steckhölzern gezogen wurden.

Weinbau im eigenen Garten

Meistens haben die Gartenmärkte und Baumschulen ohnehin Pfropfreben, also veredelte Pflanzen, im Sortiment. Diese sind fast das ganze Jahr erhältlich, zumal sie in Töpfen gezogen werden. Das Angebot der heimischen Gartenmärkte ist auf wenige Sorten beschränkt, die das regionale Klima vertragen. Es ist nicht zu empfehlen, unbekannte importierte Sorten aus südlichen Ländern zu pflanzen. Dennoch kommen altbewährte Sorten durchaus in Frage; 'Blauer Burgunder' oder 'Blauer Portugieser' sind schon seit Jahrhunderten auch nördlich der Alpen im Anbau. Ansonsten sollten vor allem Neuzüchtungen gewählt werden, die sich auch durch eine besondere Robustheit auszeichnen. Vor allem sind mehltauresistente Sorten zu empfehlen. Wer keine Höchstleistungen von eigenen Weinstöcken erwartet und diese Kletterpflanzen auch oder vor allem als schöne Nutzpflanzen oder nützliche Zierpflanzen betrachtet, wird mit Sicherheit Freude daran haben. Sie eignen sich zur Begrünung von Pergolen, als Spalierpflanzen an sonnigen Wänden oder zum Beranken von Zäunen. Einzelne Exemplare können sich großflächig auf Wänden ausbreiten oder Pergolen völlig überwuchern. Sie lassen sich aber - wie im Weinberg - auch kompakt als mannshohe Büsche halten. Ebenso sind ungewöhnliche Erziehungsformen möglich, beispielsweise als Kübelpflanzen am Balkon oder zur Begrünung von kahlen Bäumen.

Pflanzung und Pflege

Die beste Pflanzzeit für Reben ist im Frühjahr. Dann wachsen die vorkultivierten Topfpflanzen aus dem Gartencenter oder aus eigener Anzucht zügig an und bringen schon im ersten Jahr noch kräftige Triebe und manchmal auch schon die ersten Früchte hervor. Die Pflanzung ist aber auch den ganzen Sommer hindurch bis zum Spätherbst möglich, solange der Boden frostfrei ist. Nach dem Austopfen kommt der gut durchwurzelte Ballen in gut vorbereiteten Boden. Die langjährig gute Entwicklung ist ganz wesentlich vom Standort abhängig. Günstig sind lockere Mineralböden mit guter Wasserführung und hohem Nährstoffstoffgehalt. Weinreben lassen sich aber in jedem Garten kultivieren. Der Boden sollte tiefgründig sein. Staunässe, Bodenverdichtungen und andere Unpässlichkeiten sind natürlich zu vermeiden. Kompostgaben fördern das Anwachsen und die Wurzelbildung nach der Pflanzung. Andere Bodenverbesserungsmittel sind unnötig. Keinesfalls darf frischer Mist gegeben werden. Er bewirkt einen mastigen Wuchs und ist oft die Ursache für Mehltaubefall und andere Pilzkrankheiten. Achten Sie darauf, dass die Jungpflanzen nicht zu tief im Boden sitzen. Bei Pfropfreben muss die Veredelungsstelle über der Erdoberfläche sitzen, sonst "macht sich die Rebe frei", das heißt, es bilden sich Wurzeln über der Veredelungsstelle. Das ist unerwünscht, zumal die günstigen Eigenschaften der Veredelungsunterlage verloren gehen. Reben, die "auf eigener Wurzel" stehen, sind nicht mehr reblausresistent.

Erziehung und Schnitt

Die Erziehung richtet sich nach der gewünschten Wuchsform der Rebe. Wenn sie als Nutzpflanze kultiviert wird, die hohe Erträge entwickeln soll, ist eine strenge Erziehung nötig. Das kann beispielsweise ein Schnurstock sein, der nur einen kräftigen Hauptstamm hat. Dazu wird die junge Rebe zunächst an die Kletterhilfe gepflanzt und eintriebig nach oben gezogen (oder horizontal, beim waagrechten Schnurstock). Sie bringt dann im Frühjahr aus den Knospen einjährige Triebe hervor, die sich meterlang entwickeln können. Einer dieser Triebe wird senkrecht nach oben geheftet (oder horizontal beim waagrechten Schnurstock). Er soll die Stammverlängerung bilden. Die anderen Seitentriebe dienen zur Garnierung des Schnurstock. Sie werden im nächsten Winter bis auf kurze Stummel mit wenigen Knospen zurückgeschnitten. Aus diesen Knospen entwickeln sich dann im folgenden Sommer Fruchttriebe. Der Schnitt eines solchen Schnurstocks beschränkt sich auf das jährliche Einkürzen der jungen Triebe bis auf Stummel mit wenigen Knospen. Zudem wird die Stammverlängerung immer weiter nach oben gezogen (oder horizontal beim waagrechten Schnurstock). Beim Sommerschnitt lassen sich die langen Jahrestriebe einkürzen, damit die Trauben mehr Licht bekommen. Ein solcher Schnurstock kann beispielsweise über mehrere Stockwerke hinweg an einer Hauswand nach oben gezogen werden oder waagrecht an einer Mauer oder einem Zaun. Genauso sind andere Erziehungsformen möglich. Das kann ein Fächerspalier an einer Südwand sein oder eine Laube auf einer Pergola. Ein Frostschutz ist nur in jungen Jahren nötig. Mit der Zeit verholzen die Reben und werden zunehmend frosthärter. Probleme machen immer wieder Krankheiten. Insbesondere haben Weinreben mit Pilzerkrankungen zu kämpfen (z.B. Mehltau). Dagegen hilft es möglichst resistente Sorten zu pflanzen und günstige Standorte zu wählen. Vor allem sollten Reben luftig und sonnig stehen. Falls nötig kommen zur Heilung erkrankter Pflanzen biologische Mittel zum Einsatz.

Vermehrung

Für den Hausgebrauch in Gärten, die nicht in Weinbaugebieten liegen, lassen sich Jungpflanzen selber ziehen. Das gelingt recht einfach und erfolgreich durch sogenannte Augensteckhölzer. Dazu dienen junge Triebe von gesunden Mutterpflanzen bestimmter Sorten. Diese werden im Zuge des Pflegeschnitts im Winter gewonnen und im Haus entsprechend zugeschnitten. Und zwar genügt pro Steckholz ein Triebstück mit einer Knospe, das unten eine lange, schräge Schnittfläche bekommt (Kopulationsschnitt). Oben wird es gerade über der Knospe abgetrennt. In einem Erdgemisch aus Sand und Humus zu gleichen Teilen treiben diese Hölzchen wenige Wochen nach dem Stecken aus und bilden Wurzeln. Dazu brauchen sie einen hellen, warmen Standort etwa auf einer Fensterbank. Die Veredelung von Weinreben bleibt den Baum- und Rebschulen vorbehalten.

Viel Frucht von verschiedenen Sorten

Weinreben sind selbstfruchtbar. Die Blüten einer Pflanze können sich gegenseitig bestäuben. Das geschieht im Juni durch den Wind. Es genügt also eine Pflanze, um Früchte zu bekommen. Dennoch lohnt es sich immer mehrere Pflanzen verschiedener Sorten in den Garten zu setzen. Das verbessert die Erträge und verlängert die Erntezeit. Außerdem gibt es eine größere Auswahl an Früchten. Der geringe Raumbedarf der Weinstöcke macht ohnehin den Anbau mehrerer Pflanzen möglich. Als Standorte kommen Zäune, Südwände, Pergolen oder Lauben in Frage. Möglicherweise lässt sich ein Weinstock auch vom Boden aus auf einen Balkon lenken. Hier bildet er dann ein schönes schattiges Laubendach. Im Spätsommer gibt es reife Trauben.

Tipp

Achten Sie bei der Auswahl und Vermehrung schon im Sommer und Herbst auf gesunde Mutterpflanzen. Kränkelnde Weinreben oder solche mit weniger guten Früchten scheiden bei der Schnittgutgewinnung im Winter aus.

Der Erdbeerwein (Vitis labrusca), eine robuste Rebe aus Amerika

Mit Erdbeeren hat dieser Wein eigentlich nichts gemeinsam und auch nicht mit dem italienischen Lambrusco. Vielmehr handelt es sich um eine amerikanische Wildrebe, die sogenannte Amerikaner-Rebe. Allerdings nennen ihn die Italiener wegen seines fruchtigen Geschmacks mit Erdbeeraroma tatsächlich Erdbeerwein. Sie kultivieren ihn oft am Haus, zumal er ein üppiges schattenspendendes Laub entwickelt. Zu kaufen bekommt man diesen Wein leider nicht. Wer wissen möchte, wie er schmeckt, sollte die Amerikaner Rebe selbst pflanzen. Das lohnt sich, zumal sie robust ist und sich wegen ihrer Vitalität sehr gut zur Zaunbegrünung oder für eine große Pergola eignet. Amerikaner Reben dienen im Weinbau als Veredelungsunterlagen, zumal sie reblausresistent sind. Sie dürfen deshalb auch in Weinbaugebieten durch Steckholz vermehrt und gepflanzt werden. Die bewurzelten Jungpflanzen brauchen einen sonnigen Platz auf tiefgründigem Boden. Wenn Sie keine eigenen Pflanzen ziehen möchten oder mangels Steckhölzern nicht ziehen können, bekommen Sie Jungpflanzen eventuell bei einem Weinbaubetrieb. Nach der Pflanzung dauert es etwa 3-4 Jahre bis sie zum ersten Mal blühen und fruchten. Bis dahin entwickeln sie kräftige Triebe und reichlich Laub. Einen besonderen Schnitt brauchen sie nicht, es sei denn, man will sie streng an einem Spalier ziehen. Die Früchte reifen etwa im September. Sie sind groß und dunkelblau gefärbt. Der Geschmack ist unverkennbar und nicht mit anderen Sorten zu verwechseln. Wie alle Weintrauben lässt man sie möglichst lange ausreifen, damit sie viel Fruchtzucker sammeln. Nach der Ernte eignen sich die großen Früchte als Tafeltrauben oder aber zum Konservieren, zumal die Reben reichlich fruchten. Natürlich kann man auch einen Wein davon machen. Wenn er gelingt, schmeckt er tatsächlich erdbeerig. Wenn nicht, das heißt, wenn er einen schlechten Hefepilz bekommt, schmeckt er "fuchsig" ("foxy"). Deshalb ist für die Weinbereitung eine Reinzuchthefe (z.B. Marke Burgunder) nötig, die man im Gartenfachhandel oder in der Drogerie bekommt. Versuchsweise beginnt die Weinproduktion zunächst mit einem kleinen Ballon (Gärflasche mit ca. 25 Liter). Wenn der erste selbstgemachte Erdbeerwein schmeckt, ist im nächsten Jahr die Produktion größerer Mengen möglich.


Vitis labrusca
Vitis labrusca
Vitis labrusca, Boskoops Glorie

Vitis labrusca

Vitis labrusca

Vitis labrusca, Boskoops Glorie

Vitis labrusca, `Boskoops Glorie`
Vitis labrusca, `Boskoops Glorie`
Vitis labrusca, `Boskoops Glorie`

Vitis labrusca, `Boskoops Glorie`

Vitis labrusca, `Boskoops Glorie`

Vitis labrusca, `Boskoops Glorie`

Vitis labrusca Boskoops Glorie
Vitis labrusca weiß
Vitis vinifera Dornfelder

Vitis labrusca Boskoops Glorie

Vitis labrusca weiß

Vitis vinifera Dornfelder

Vitis vinifera Müller-Thurgau
Vitis vinifera Orion
Vitis vinifera Ortega

Vitis vinifera Müller-Thurgau

Vitis vinifera Orion

Vitis vinifera Ortega

Vitis vinifera Ortega
Vitis vinifera Perle von Czaba
Vitis vinifera Portugieser

Vitis vinifera Ortega

Vitis vinifera Perle von Czaba

Vitis vinifera Portugieser

Vitis vinifera Portugieser
Vitis vinifera Portugieser
Vitis vinifera Regent

Vitis vinifera Portugieser

Vitis vinifera Portugieser

Vitis vinifera Regent

Vitis vinifera Regent
Vitis vinifera Regent
Vitis vinifera Regent

Vitis vinifera Regent

Vitis vinifera Regent

Vitis vinifera Regent

Vitis vinifera, Blüten
Vitis vinifera, Blüten
Wein machen

Vitis vinifera, Blüten

Vitis vinifera, Blüten

Wein machen

Wein machen
Wein machen
Wein machen

Wein machen

Wein machen

Wein machen

Wein machen
Wein machen
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Wein machen

Wein machen

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Wein machen

Wein machen

Wein machen
Wein machen
Wein mit Schutznetz

Wein machen

Wein machen

Wein mit Schutznetz

Wein vermehren, Steckhölzer schneiden
Wein vermehren, Steckhölzer schneiden
Wein vermehren, Steckhölzer schneiden

Wein vermehren, Steckhölzer schneiden

Wein vermehren, Steckhölzer schneiden

Wein vermehren, Steckhölzer schneiden

Wein vermehren,Steckhölzer ausgetreiben
Wein vermehren,Steckhölzer bewurzelt
Wein vermehren,Steckhölzer umtopfen

Wein vermehren,Steckhölzer ausgetreiben

Wein vermehren,Steckhölzer bewurzelt

Wein vermehren,Steckhölzer umtopfen

Wein, Schnitt
Wein, Schnitt
Wein, Schnitt

Wein, Schnitt

Wein, Schnitt

Wein, Schnitt

Wein, Schnitt
Wein, Sommerschnitt
Weinbau

Wein, Schnitt

Wein, Sommerschnitt

Weinbau

Weinbau
Weinberg
Weinberg mit Schutznetz

Weinbau

Weinberg

Weinberg mit Schutznetz

Weinernte
Weinernte
Weinernte

Weinernte

Weinernte

Weinernte

Weinlaube
Weinlaube
Weinlese

Weinlaube

Weinlaube

Weinlese

Weinlese
Weinrebe im Kübel
Weinreben am Haus

Weinlese

Weinrebe im Kübel

Weinreben am Haus

Weinreben am Haus
Weinreben am Haus
Weinreben am Zaun

Weinreben am Haus

Weinreben am Haus

Weinreben am Zaun

Weinreben im Kübel
Weinreben schneiden
Weinreben schneiden

Weinreben im Kübel

Weinreben schneiden

Weinreben schneiden

Weinreben schneiden
Weinreben schneiden
Weinreben schneiden

Weinreben schneiden

Weinreben schneiden

Weinreben schneiden

Weinspalier
Weinspalier

Weinspalier

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